Wir waren heiß gemacht worden, aber auch vorgewarnt. Jürgens Kollege hatte uns die „Skocjanske jame“, also die Höhlen von Skocjansk sehr ans Herz gelegt. Aber wie es so ist: wo es schön ist, trifft man eben auch Leute an. Wir waren also darauf vorbereite, heute mal was ganz und gar Touristisches zu machen. Und tatsächlich war die unterirdische Höhlenwelt so beeindruckend und spektakulär, dass die Lemmingscharen um einen herum kaum noch existent waren. Tropfsteine in allen Größen und Formen, am beeindruckendsten eine Formation namens „Giant“ von 25m Höhe. Und dann ging´s erst richtig los! Schon aus einiger Entfernung war ein Rauschen und Brausen zu vernehmen und ein paar Schritte weiter blickte man plötzlich von oben in eine gewaltige Halle mit über 100m Höhe, deren Wände irgendwo in der Dunkelheit verschwanden. Tief unten in einem Canyon rauschte ein Bach: die bereits erwähnte Reka und bildete Strudel, Wirbel und Stufen. Der beleuchtete Pfad schlängelte sich durch die ganze riesige Halle an den Wänden entlang und querte den unterirdischen Fluss mittels einer 50m hohen Brücke. Es handelt sich hier übrigens um Europas größten, unterirdischen Canyon und die Wildwasserfans unter den Besuchern sahen sich für einen kurzen Moment selbst im Kajak durch die Fluten paddeln. Die Kulisse hatte tatsächlich etwas so Unwirkliches an sich, dass es keinen überrascht hätte, den Balrog aus dem „Herrn der Ringe“ aus der Tiefe herauf wirbeln oder auch ein anderes mythisches Wesen aus den Tiefen des schäumenden Baches oder der stillen, schwarzen Seen auftauchen zu sehen. Auf der gegenüberliegenden Seite dieser unterirdischen Schlucht waren noch die alten Besucherpfade zu sehen: in den Fels gehauene Stufen, die sich bis auf Wasserhöhe an den Wänden hinabzogen. Und daneben entdeckte man sogar noch alte Stahlseile und in den Stein getriebene Eisenstäbe, wo sich die ersten Höhlenentdecker und -forscher ihre Wege durch enge Spalten in die damals noch herrschende, absolute Dunkelheit suchten. Heute ist alles bestens beleuchtet, so dass sich uns das komplette beeindruckende Panorama präsentiert. Wie die „Gefährten“ freuten wir uns nach zwei Stunden Höhlen-Erlebnis dann aber doch wieder über Licht und Sonnenschein.

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