Die Tür fällt ins Schloss, die letzten Kuchenstücke sind gegessen, der Nissan NV200 ist gepackt – und mit einem Mal ist sie da: die Freiheit. Sie riecht nach nassem Asphalt, Himbeergeist und einer Prise Aufregung. Drei Monate unterwegs – klingt lang. Für Daheimgebliebene vielleicht ewig, für uns zwei: gerade genug, um die Welt ein bisschen anders zu sehen.
Von Deutschland über Österreich und Slowenien geht’s in die Julischen Alpen. Statt sanftem Reisestart gibt’s 18 % Steigung, Motorradkonvois und ein Tarp, das im Regen zum Gegner wird. Die türkisgrüne Soča wird zur Bühne, als Laila das erste Mal ins Wildwasser einsteigt – „Abseilstrecke“ klingt im Nachhinein harmlos. Zwischen Nebel, Nudelsuppe und Lagerfeuer merken wir: Wir sind angekommen – nicht am Ziel, sondern im Abenteuer.
In Kroatien treffen wir alte Bekannte; in Bosnien und Herzegowina empfängt uns ehrliche Gastfreundschaft. Wir paddeln auf der Una zwischen zwei Welten: links Kroatien, rechts Bosnien – und mittendrin Adrenalin. Montenegro zeigt sich wild und groß – Tara-Schlucht, Durmitor-Hochplateaus, Milky Way über dem Lagerfeuer. Im Kosovo prallen Kontraste aufeinander: Straßenhändler, Baukräne, Moscheen – und viel Zukunft in jungen Gesichtern.
Weiter nach Albanien – Berge, Baustellen, Bärenpfade und der beste Kaffee des Balkans. Über Nordmazedonien und Bulgarien erreichen wir die Türkei, wo der Bosporus flimmert und der Tee niemals ausgeht. In Georgien wird Gastfreundschaft zur Lebensart – Swanetien, Rioni, Gelati klingen lange nach. Zurück geht es über Griechenland – Mythen, Quellen, Katzen, die um jeden Camper schleichen.
Am Ende stehen 13 Länder, rund 11 000 Kilometer und unzählige Begegnungen. Dieses Tagebuch erzählt nicht nur von Orten, sondern vom Unterwegssein selbst: vom Lachen im Regen, vom Staunen über Menschen und vom Glück, sich zu verlieren und wiederzufinden. Das ist 13unterwegs. Das ist 2019.